“Bericht aus Berlin” vom 10. September

Gepostet am 08.09.2017 um 15:44 Uhr

Wahlkampf-Wettern gegen die Türkei – doch wie geht es weiter mit den deutsch-türkischen Beziehungen? Und: Die Linke schwächelt im Osten, kann sie dort noch punkten? Darum ging es im “Bericht aus Berlin” am Sonntag.

Türkei: Überbietungswettbewerb im “klare Kante” zeigen

Die Parteien überbieten sich im Wahlkampf geradezu mit ihren Ankündigungen, wie zukünftig mit der Türkei und ihrem Staatspräsidenten Erdogan umgegangen werden soll: EU-Beitrittsverhandlungen abbrechen, Hermes-Bürgschaften stoppen, Reisewarnungen aussprechen und die Verhandlungen für eine Ausweitung der Zollunion platzen lassen. Alle Parteien wollen in der letzen Phase vor der Wahl  mit möglichst markigen Aussagen klare Kante gegenüber den Verbal-Attacken Erdogans zeigen. Aber die Forderungen scheinen in der Realität an ihre Grenzen zu stoßen und sind schwer umsetzbar.

Ob ein Ende der Beitrittsverhandlungen mit der Türkei der richtige Weg ist, beantwortet Volker Kauder, Unions-Fraktionsvorsitzenden, Volker Kauder im Studio-Gespräch mit Thomas Baumann.

Die Linke: Ohne den Osten auf verlorenem Posten?

Bis vor wenigen Jahren waren Wahlen im Osten für Die Linke quasi ein Heimspiel. Aber seit einiger Zeit kriselt es bei der Akzeptanz in den Ost-Bundesländern. Die Partei ist in den Umfragen zwar stabil, kann aber auch nicht von der Schwäche der SPD profitieren. Stattdessen hat sie mit Wählerverlusten durch die AfD zu kämpfen, vor allem im Osten. Die Rechtspopulisten sind für viele die neue Protestpartei. Aber schafft die Partei im Osten kein zweistelliges Ergebnis, wird auch das Gesamtergebnis mager ausfallen. Die Linke muss darum bangen, wieder als drittstärkste Kraft in den Bundestag einzuziehen.

Kann sich die Linke wirklich keine Rot-Rot-Grüne Koalition mehr vorstellen, wie es Sahra Wagenknecht kürzlich sagte? Das sagt Bernd Riexinger dazu.

Zuletzt aktualisiert: 26.09.2017, 18:16:33